Taurin

Was sucht Taurin im Tierfutter?

Taurin als Zusatzstoff im Futter ruft zunächst Erstaunen hervor. Viele hochwertige Tierfuttersorten enthalten diesen Wirkstoff, der den meisten Menschen als Anteil in Energiedrinks bekannt ist und das enthaltene Koffein verstärken soll. Was sucht also Taurin im Tierfutter?

Bei Taurin handelt es sich jedoch um eine organische Säure, genauer um Aminoethansulfonsäure, die das Abbauprodukt der Aminosäure Cystein ist und im Stoffwechsel entsteht. Es dient u. a. dem Muskelwachstum, dem Aufbau des Nervensystems und der Bildung von Gallensäure. 

Natürliches Vorkommen
Fast alle Tierarten weisen im Körper Taurin auf, was auf eine breit gesteuerte Bedeutung der Aminosäure hindeutet und bei einem Nagel dann auch Degenerationen hervorrufen kann. Für Katzen ist Taurin ein wesentlich wichtigerer Bestandteil als für Hunde. Sie können Taurin nicht selbst im Körper erzeugen und müssen es über die Nahrung aufnehmen. Besonders hohe Anreicherungen von Taurin sind im Herzen, in der Skelettmuskulatur, im Zentralnervensystem und in der Netzhaut des Auges zu finden. In Lebensmitteln kommt Taurin in tierischen Produkten vor, in besonders hoher Konzentration in Thunfisch, Muschel- oder Austernfleisch. 

Wirkung auf den Organismus
Für Tiere, besonders für Hunde, ist Taurin zur Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems wichtig. Gerade größere Hunde, benötigten den Zusatzstoff, obwohl das Tier auch selbst in der Lage ist, aus Aminosäuren Taurin zu synthetisieren. Für Katzen wiederum hat Taurin eine vitaminähnliche Bedeutung. Sie können die organische Säure nicht selbst herstellen, benötigten Taurin jedoch für die Entwicklung des Zentralnervensystems. 

Ein Mangel führt entsprechend zu einer Degeneration der Photorezeptoren des Auges oder kann sogar das Erblinden des Tiers auslösen. Katzenfutter enthält daher immer Taurin, da dieses an Cholsäure gebunden auch an der Emulgierung aller Nahrungsfette beteiligt ist. Hier beugt es vor allen Dingen Herzerkrankungen vor. 

Für die Katze ist Taurin auch für die Fortpflanzung und den Schutz vor freien Radikalen wichtig, ermöglicht in der Leber die Gallensalzbildung und beeinflusst den Calcium-Austausch in den Zellmembranen. Bei Hunden ist Taurin besonders dann sinnvoll, wenn es sich um größere Rassen handelt. 

Hintergrund und Wissenswertes
Enthalten ist Taurin z. B. in vielen Fleischsorten, besonders in den Eingeweiden von Geflügel. Entdeckt und isoliert wurde Taurin zum ersten Mal 1827 durch den Chemiker Leopold Gmelin und den Physiologen Friedrich Tiedemann. Das war aus einer Ochsengalle möglich, wodurch die Bezeichnung auch von dem griechischen Wort „Taurus“ abstammt, das für „Stier“ steht. Taurin ist wasserlöslich und eine kristalline und farblose Substanz. 

Bedarf und Gesundheit
Taurin und L-Carnithin werden meistens zusammen aufgenommen und in der Dosierung aufeinander abgestimmt. Ein ausgewachsener und größerer Hund benötigt einen Tagesbedarf von etwa 500 bis 2000 Milligramm. Es ist entsprechend nicht verkehrt, auf ein Futtermittel zu achten, dass Taurin enthält. Jedoch wird dieses oftmals gar nicht deklariert. 

Katzen weisen einen höheren Taurinbedarf auf und können mit Feuchtfutter versorgt werden, das einen höheren Gehalt aufweist. Hier sind etwa 150 Milligramm bis 2 Gramm Taurin pro Kilogramm Futter enthalten. 

Weiterführende Links:

Hundefutter: Nassfutter | Trockenfutter

Katzenfutter: Nassfutter | Trockenfutter