Rohfaser

Was sind Rohfaser im Tierfutter?

Bei Rohfaser oder Faserstoffen handelt es sich im Tierfutter um langkettige Kohlenhydrat-Verbindungen, die auch als Ballaststoffe bezeichnet werden. Als pflanzliche Gerüstkohlenhydrate können sie vom Tier nicht verdaut werden. Unlösliche Fasern können z. B. Lignin, Cellulose, lösliche Rohfasern sind Inulin oder Pektrin. In Futtermitteln ist Rohfaser dann auch unterschiedlich zusammengesetzt. Die Kohlenhydrate sind enzymatisch und können lediglich als Nahrung für Darmbakterien dienen. Gerade der Anteil an Lignin und Cellulose bestimmt die eigentliche Verdaulichkeit im Darm. Daher gibt es Pflanzenstoffe, die besser verdaut werden und andere, die weniger oder gar nicht verdaut werden. Das trifft auf Mais oder Weizen zu, die eine hohe Rohfaserverdaulichkeit mitbringen, während Hafer kaum verdaut werden kann. 

Trotz der Unverdaulichkeit für Hunde und Katzen sorgt ein bestimmter Anteil an Rohfaser in der Nahrung dafür, die natürliche Darmfunktion günstig zu fördern. Die Rohfaser sorgt als Ballaststoff dafür, dass der Darm gefüllt ist und dadurch das Tier zu mehr Bewegung angeregt wird. Vermieden werden dann auch Verdauungsprobleme oder Verstopfung. 

Das Tier scheidet Rohfaser unverändert aus, da es von den Darmenzymen nicht aufgespalten werden kann. Während der Körpervorgänge hat es jedoch die gute Eigenschaft, viel Wasser binden zu können, so dass dadurch die Konsistenz des Kots verbessert wird und das Ausscheiden einfacher erfolgen kann. Gleichzeitig dient es als Nahrung für Darmbakterien, die die Darmflora gesund erhalten. Auch gegen Übergewicht sind Faserstoffe wichtig und verbessern allgemein den pH-Wert im Darm. 

Anteil und Bedarf
Einige Tierfuttersorten enthalten z. B. Möhren oder Rübenschnitzel, eine der besseren Quellen für Rohfaser. Im Feuchtfutter ist lediglich 1 Prozent Rohfaser enthalten, in anderen Futtervarianten etwa 5 Prozent. Ist der Anteil etwas höher, steigert er auch die Futtermenge, während der Energiegehalt nicht mit ansteigt. Dadurch ist das Tier schneller satt, so dass Rohfaser auch bei der Gewichtsreduktion sinnvoll ist oder eine Diät erleichtert. 

Nicht alle Hunde benötigen zwingend einen höheren Rohfasergehalt. Dieser hängt immer vom individuellen Energiebedarf und den Eigenschaften des Tieres ab. Ein mittlerer Gehalt ist daher allgemein empfehlenswerter, der die Grenze von 2 Prozent nicht übersteigt. Bei einem höheren Energiebedarf ist ebenfalls ein geringer Faseranteil besser, besonders bei Tierfuttersorten mit hohem Fettgehalt. 

Weiterführende Links:

Hundefutter: Nassfutter | Trockenfutter

Katzenfutter: Nassfutter | Trockenfutter